Das Toskana Lesebuch von Almut Irmscher

Endlich komme ich dazu, das Toskana-Lesebuch aus meinem Mittsommer Wichtelpaket zu lesen, ich habe mich so darauf gefreut.

Ich gehöre zur Toskana-Fraktion und liebe das typische Toskana Klischee, die sanften Hügel, die Zypressen, die einsamen Häuser...,

gleich auf den ersten Seiten lerne ich das diese Art von Landschaft nur ein sehr kleiner Teil bei Siena ausmacht.

Die Toskana ist bergig, es gibt Wälder, es gibt Maremma Cowboys /sorry Butteri mit riesigen Maremmana Rinderherden, ein riesiges Naturschutzgebiet, Weinberge, Olivenhaine, es gibt viele Badeorte mit feinen Sandstränden, felsige Buchten, einfache Fischerdörfer

aber auch ganz noble Badeorte wie Forte Dei Marmi wo sich eine Designer Boutique an die andere reiht.

Ich begegne Giacomo Puccini der am Lago di Massaciuccoli eine Villa hatte wo er gelebt und gearbeitet hat, und in den Mauern bestattet wurde, heute ist es ein Museum. Jedes Jahr im Juli und August findet ein Puccini Festival statt.

Ich werde mit genommen in seine Geburtsstadt Lucca, in Lucca gibt es 99 Kirchen und Kapellen, ich schlendere über die Piazza dell anfiteatro durch die kleinen Läden, spaziere auf dem 4,2 km langen Stadtwall durch einen Park der einmal um die ganze Stadt führt, vor dem Wall sehe ich das heutige Lucca mit dem Autoverkehr, im Wall ist die Altstadt, ich shoppe mich durch die Via Fillungo, moderne Boutiquen, Antiquitätengeschäfte, kleine Manufakturen, alte Handwerksbetriebe, probiere das Bucellato das süße Brot das schon seit über 150 Jahren in Lucca gebacken wird.

Bei der Beschreibung der Toskanischen Küche läuft mir das Wasser im Mund zusammen:

Esskastanien im Ofen geröstet, in Wein gedünstet, im Risotto, als süßer Brotaufstrich, als Mehl für Kuchen, Nudeln, Gnocchi, Pfannkuchen.

Duftendes Rosmarin, Lorbeer, Salbei, Thymian, saftiges hocharomatisches Basilikum, Steinpilze als pikante Würze für Risotto oder Nudelgerichte, das fruchtbare toskanische Land schenkt prächtiges Gemüse, saftiges Obst, würzige Oliven, 17 Sorten Olivenöl das auch pur mit Salz auf frischem Weißbrot gegessen wird. Bruschetta mit Olivenpaste, Gemüsecreme, Tomaten, viele Rezepte mit Hülsenfrüchte, dazu blutroter Wein...ein Paradies auch für Veganer.

Von wegen Italiener essen nur Pizza und Pasta, ich lerne das es selbst mitten in Italien schwer sein kann eine Pizzeria zu finden, ich lerne die Unterschiede von großen Ristorantes und Trattorias. Und Almut Irmscher nimmt mich mit in eine typisch Familiengeführtes Ristorant wo man von der Mamma den Espresso serviert bekommt und beim Ostermenü einfach mit an die italienischen Familientische gesetzt wird.

In einem Kapitel lerne ich einiges über Galileo Galilei der aus Pisa stammte.

Ich stehe gedanklich auf dem Platz der Wunder lausche den Geschichten über den schiefen Turm von Pisa, lerne nebenbei das Pinocchio auch Toskaner ist. Und bekomme den Tipp die Altstadt die sich gleich neben dem Platz der Wunder befindet zu besuchen weil die meisten Touristen gar nicht so weit gehen ist sie nicht so überlaufen wie andere Toskanische Städte. Pisa hat drei Universitäten, fast die Hälfte der Pisaner sind (gut 40000) Studenten, also ist Pisa auch eine Studentenstadt.

Ich begegne Napoleon der für zehn Monate auf die Insel Elba verbannt wurde in dieser kurzen Zeit hat er viel für die Insel getan. In seinem ehemaligem Landhaus der Villa San Martino befindet sich heute eine Kunstgalerie man kann seine Wohnung darin besichtigen, die Palazzina die Mulini ließ er mit Empfangssaal, Theater und Panoramaterrasse modernisieren. Elba liegt zehn Kilometer vor der toskanischen Küste im tyrrhenischen Meer, Sandstrände, glasklares Wasser, 16 Grad Jahresdurchschnittstemperatur, Granitfelsen, viel Grün, alte Bergdörfer.

In der Maremma lerne ich Tiere kennen, die Maremmana Rinder, die Maremmano Pferde, die Maremmana- Abruzzen-Schäferhunde und natürlich die Butteri.

Ich begleite Almut Irmscher mit ihren Kindern in den Giardino de i Tarocchi dem Garten des Tarots prall gefüllt mit bunten Skulpturen (die man anfassen, beklettern und hineingehen kann) der Künstlerin Niki de Saint Phalle von der wir ja alle die Nanas kennen.

Ich begegne Dante Alighieri der 1265 in Florenz geboren wurde.

Ich entdecke Saturnia die erste etruskische Stadt Italiens heute ist es ein Dorf mit 280 Einwohnern, einem Luxushotel und den weltberühmten Thermalbecken mit 37,5Grad warmen Wasser, das Baden ist kostenlos.

Das Wasser stammt von dem Vulkan/Berg Monte Amiata, im Sommer ein Paradies für Wanderer, bis weit ins Frühjahr attraktiv für Skifahrer.

Ich bin jetzt in San Gimignano, das was die Banken in Frankfurt in den 70igern erschaffen haben, wurde in San Gimignano schon im Mittelalter erbaut, die hohen Türme sind bis heute erhalten geblieben. Die kleine Stadt (klein Manhattan) fällt auf so mitten in der Toskana, ich lerne etwas über die Geschichte der Türme, der Stadt und dem Safran Anbau.

Ich lerne etwas über die Geschichte Sienas, ich mache einen Rundgang durch die Stadt, ich schlendere über die Piazza del Campo, zum Rathaus, am Dom vorbei, die gesamte Altstadt ist Autofrei da Siena ihre Blütezeit im Mittelalter hatte und danach in den Dornröschenschlaf viel, ist so gut wie alles erhalten geblieben.

Ich lerne Giovanni Boccaccio kennen der 1313 in Florenz geboren wurde, er war einer der größten Dichter und Humanisten seiner Zeit, ich glaube sein Dekameron muss ich mal googlen, Almut Irmscher erzählt hier eine seiner erotischen Geschichten.

Ich begegne einen Bekannten, Leonardo da Vinci er wurde 1452 in Anachiano einem Ortsteil von der Gemeinde Vinci geboren (30km von Florenz entfernt) ich wusste gar nicht das er vermutlich eine arabische Mutter hatte. Ich bin ein großer Fan der Renaissance und von Leo trotzdem lerne ich wieder viel neues über ihn und seine Zeit. In Vinci gibt es über rings das Leonardo Museum wo man viele Nachbauten seiner Zeichnungen bewundern kann. Das Zitat von Almut Irmscher: „...verkörpert er die Explosion des Denkens...“, dieses Gefühl wenn die Gedanken explodieren kenne ich nur zu gut vor allem auch gerade beim lesen dieses Buches.

Ich mache mit Almut Irmscher und ihrer Freundin Francesca eine intensive Shopping Tour durch Florenz danach brauche ich mindestens einen ganzen leeren Zweitkoffer für meinen Toskana Urlaub.

Ich besuche Michelangelos David in Florenz in der Galleria dell´ Accademia diesen Traum muss ich mir unbedingt noch erfüllen.

Ich habe leider bisher nur die Kopien draußen auf der Piazzale Michelangelo und auf der Piazza della Signoria gesehen.

Es ist ein Lesebuch, keine Bilder, es ist auch kein typischer Reiseführer, Almut Irmscher beschreibt ihre Reiseerlebnisse, wie sie eine Freundin in Italien besucht, mit viel Hintergrundwissen, ich lerne z.B auch den Menschen Puccini kennen.

Ja ich lese das Buch und habe das Gefühl ich bin vor Ort, ich sehe die Bilder vor mir, zusammen mit einem Reiseleiter der mich mit Erzählungen begleitet.

Nach jedem Kapitel gibt es ein Rezept aus der Toskanischen Küche.

Dieses Buch ist perfekt für alle Genussmenschen und für alle die die Toskana genauso lieben wie ich.

 

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und hier ein passendes Lesezeichen gratis ausdrucken:

Madame Kürys Lesezeichen für das Toskana Lesebuch.pdf