Melissa Harte Lektionen ueber den Selbstmord ..

Ich fühle mich schon ein bisschen geehrt das ich dieses Buch lesen und rezensieren darf.

Beim lesen fühle ich mich hin und hergerissen ob ich nun ein bis gar keinen Stern oder volle Punktzahl geben soll.

Ich war in meinem Leben selbst dreimal an dem Punkt wo ich nicht mehr wollte, ich habe versucht alle Tabletten die ich finden konnte zu schlucken.

Aber so schnell stirbt man nicht, außer das ich hinterher würgen und kotzen musste ist nichts passiert.

Um so mehr bin ich erstaunt das es wirklich Menschen gibt denen es gelingt.

Das Vorwort in dem erwähnt wird was man den Hinterbliebenen damit antut, finde ich unpassend und sehr anklagend ausgedrückt, weil wie schlimm muss es einem Menschen gehen der für sich diesen einzigen Ausweg wählt.

Melissa ist in einer Pastoren Familie groß geworden, ihr Vater Pastor, Bibellehrer, einer der höchsten Männer der Südlichen Baptisten, ihre Mutter sehr aktiv gibt unter anderem Klavierunterricht. Zwei Schwestern, ein Haus mit Garten und dann ist Melissa beim heranwachsen mit „Normalen“ Pubertäts- Rebellionen auch noch den Augen und dem Gerede der Gemeindemitglieder ausgesetzt. Sie verlässt unerlaubt das Schulgelände, zieht sich für die Schule nicht standesgemäß an... ich finde das ist ganz normal im Teenager Alter, aber ihr Vater meint Satan versucht Macht über sie zu gewinnen. Das finde ich echt heftig, sie geht zu Anti Alkoholiker-treffen obwohl sie kein Alkoholproblem hat. Sie lernt die Gebärdensprache um Freunde zu finden, die nicht so perfekt erscheinen wie ihre Bilderbuch Familie.

Dann wird Melissa unehelich schwanger der Vater beschreibt es als wäre das die Todsünde schlecht hin, bis kurz vorm Ende des Buches erfährt man weiter nichts von dem Kind.

Und dann bekommt Melissa Krebs, ab da ändert sich meine Einstellung zu dem Buch. Ich lese wie sehr ihre Familie in dieser Zeit zu ihr steht, sie übersteht die Krankheit, die Chemotherapie. Doch sie war davor schon sehr labil und jetzt ist die Depression noch schlimmer geworden.

In der ersten Hälfte erfährt man nur sehr wenig über Melissa als Mensch und ihrer Familie. Ich mag christliche Bücher aber mir sind die Ausschweifungen zur Bibel zu lang und zu Dröge.

In dem letzten drittel des Buches werde ich aber beim lesen weich man erkennt die Liebe des Vaters, die Innige Papa/Tochter Beziehung, was für ein wundervoller Mensch Melissa war, die Liebe der Schwestern und der Mutter mit vielen kleinen Gesten. Und Momente wo Gott da ist und seine Arme wie ein Vater tröstend um die Hinterbliebene Familie legt.


als ich ganz unten war, mich die Gedanken der Vergangenheit eingeholt haben und ich nicht mehr weiter wusste, schenkte mir der liebe Gott: Halt und eine Lebensaufgabe


In einem Abschnitt des Buches geht es um: „Sieben Schritte zum geistlichen Sieg“

kennt ihr das Gedankenkarussell aus schlimmen Erinnerungen das nie still steht?

Allein für diese sieben Übungen lohnt es sich das Buch zu lesen. Für Menschen wie mich mit chronischer Depression, für Menschen die schon mal über Suizid nachgedacht haben, und für Angehörige die einen lieben Menschen verloren haben (nicht nur) durch Selbstmord.